PROCESSUS

Mythen zur Technik

Es wird erzählt: vor etwa 110 Jahren habe ein Fotograf aus Afghanistan diese Kameratechnik in Cuba erfunden. So klug wie er war, hat er diese selbstgebaute Holzkiste ein bisschen grösser konzipiert um das Entwickler- und das Fixierbad in die Kamera zu integrieren. So wurde die Urgrossmutter der Polaroid erfunden. Ein Geniestreich denn so wurde die Fotografie der breiten Masse eröffnet, plötzlich war sie zugänglich für Bauern, Arbeiter, arme Leute. Diese Populäre Technik ging um die Welt. In Lateinamerika heissen sie Camera Minutera oder auch Lambe Lambe Kameras, in Cuba werden sie Cuban Polaroid genannt und zurück in Afghanistan, in Dari heissen sie kamra-e-faoree. In Cuba wo das Volk noch immer keine Mittel hat, wird noch immer auf diese Weise fotografiert. Auch in Afghanistan ist dies die gängige Artein Portrait anzufertigen.

Traditionellerweise hatte man ein Papiernegativ belichtet, entwickel und fixiert, dieses dann auf einen Arm mit einem senkrechten Brett vor der Linse positioniert um das Negativ vom Negativ das Positiv zu erstellen. Dies wurde ernuet in der Kiste prozessiert und ausgehändigt. Kurz nach dem ersten Weltkrieg seien diese Strassenkünstler auf den touristischen Plätzen der Welt anzutreffen gewesen. In unseren Breiten Kreisen wurde die Fotografie sehr technokratisch und mittlerweile durch die smartphones zu einem Massengrab der Erinnerungen.Wir verwenden in der schwarz/weiss Technik zum einen, ein spezielles Barytpapier das sichdirekt positiv entwickeln lässt, zum anderen verwenden wir herkömmliches Negativpapier für die Reproduktion der Bilder.

Seit gut fünf Jahr schiessen wir auch Farbfotos die vor Ort in drei Minuten entwickelt werden. Diese fantastische RA4 Umkehrprozess ist eine Fototechnik aus dem Untergrund die in der alten Schule der Fotografie nicht existierte. Diese farbige Version hat eine kürzere Lebensdauer von nur etwa sechzig bis siebzig Jahren jedoch bildet sie eine zauberhafte Brücke zwischen Klassik und Moderne. Zauberhaft daher, weil man bei der Entwicklung der Pigmentebenen ausserhalb der Dunkelkammer zuschauen kann wie sich das graue Negativ zu einem wunderbar farbvollen Positiv transformiert. Mit dem schönen Nebeneffekt der Einzigartigkeit. Diese Fotos sind stets Unikate und nicht so leicht zu reproduzieren.

Die Formate 10x12cm und 20x25cm werden mit handgefertigten Analogkamerasbelichtet.

Die Formate 40x50cm und 50x60cm belichten wir in unserer Prototyp Autokamera (umgebauter Renault Kangoo). Die Formate 80x100cm und 100x127cm belichten wir in einer selbstgebauten Kabine auf einem alten 11 Tonner LKW. Wohlgemerkt werden alle oben genannten Fotoformate, direkt auf Fotopapier belichtet. Vorzugsweise erstellen wir Unikate.

Die Alleinstellungsmerkmale

Wir sind als Verfechter:innen des analogen Kunstschaffens, zum einen Kultivator:innen von einzigartigen Momenten und zum anderen Konservator:innen von altertümlichen Techniken, von vom Aussterben bedrohten Kunstpraktiken. Nicht nur der gesellschaftlichen Entschleunigung zu liebe arbeiten wir auf diese Art und Weise, auch die beträchtlich längere Haltbarkeit der Fotografien ist ein wichtiger Faktor. Farbfotos 60-70 Jahre. Schwarz/weiss auf Baryt physikalisch gesehen 1000 Jahre, wer weiss das schon…

Wichtiges Alleinstellungsmerkmal ist zudem, dass wir nicht zwingendermassen über ein Negativ zum Positiv gelangen. Was bedeutet, dass wir ein Originale erstellen und somit die Relevanz des einzelnen Zeitdokumentes massgebend erhöhen, was in der Zeitgenössischen Kunstwelt tendenziell eher abnimmt. Ultra-Grossformat-Fotografie sind alle Formate, welche über A4 Format ist und damit nicht mehr mit einem gewöhnlichen Scanner zu digitalisieren sind. Alleine schon die immense Grösse unserer Negative ist atemberaubend. Man stelle sich vor, unsere mittelgrossen Negative bräuchten eine Digitalkamera mit einer Sensorgrösse 40x50cm. Sprich eine solche Digitalkamera wäre mit einem Gabelstapler zu transportieren. Diese extrem hohe Auflösung gibt es nur in der Analogfotografie. Selbst unsere allergrössten Formate, bedienen dieselbe Bildqualität wie ein kleiner 35er Rollfilm. Dies sind die gängigsten Filme in der Analogfotografie-Welt mit einer Dimension 24x36mm. Unsere LKW Fotos (100x127cm) sind ca. 400 mal grösser haben jedoch die gleiche Bildschärfe und Qualität. Üblicherweise werden die Negative im Labor vergrössert, was unvermeindlich mit Qualitätsverlusten verbunden ist. Dies ist bei unserer Technik nicht nötig.

Da die Kamera motorisiert ist und Räder hat, ist es uns möglich, alle die oben genannten einzigartigen Qualitäts-Merkmale auf der ganzen Welt spartenübergreifend anzuwenden. Wir freuen uns in den verschiedensten Sozialen Projekten und Institutionen arbeiten zu können.